Archiv für September, 2008

Das Glück wendet sich 5

Als man ihn umdrehte, sah man, daß er sich nicht lange gequält haben konnte - sein Gesicht hatte so einen gefaßten Ausdruck, als wäre er beinahe zufrieden damit, daß es so gekommen war. (aus Erich Maria Remarque, Im Westen nichts Neues)

Sie hatten sich kaum an dem Ausblick satt gesehen, als sie einen Blick auf den Gipfel des Schesaplana wagten. Hier konnten sie nun allem die Krone aufsetzen, den nicht mehr weit entfernten Gipfel stürmen. Geradezu andächtig trafen sich ihre Blicke.

“Da hoch muß ich aber nicht auch noch…”, bemerkte Robert vorsichtig, sich der jammervollen Kondition seines Freundes noch nicht so ganz sicher.

“Nee, ich auch nicht!”, erwiderte dieser.

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Erstellt am Montag 8. September 2008
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Im Schatten des Schesaplana 4

Ein lautes Scharren und Poltern weckte sie in ihrem lauschigen Zwölfpersonenzimmer. Unverbesserliche Frühaufsteher unter den Gästen packten ihre Siebensachen zusammen und drängten zum Frühstück. Zuerst machte sie das kaum neidisch. Zu sehr kämpften sie gegen ihre übersäuerten Muskeln, von denen sie teilweise bis jetzt nicht den Anschein einer Ahnung hatten, wie sie in ihren Körper gelangt waren.

Große Gefechte lieferten sie alsbald auch auf dem Schlachtfeld der Morgentoilette. Eisblockheißes Wasser versuchte ihnen garstig die Poren zu schließen, doch dank der hehren Kampfeskunst und eleganter Ausweichmanöver gelang es ihnen, schlimmeres zu vermeiden.

Doch etwas erschöpft und angeschlagen in gezwungen aufrechter Position zu Tische liegend, gewahrten sie folgendes Gespräch.

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Erstellt am Sonntag 7. September 2008
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Auffi Buam! 3

Plötzlich zog Nebel auf. Ein dramatischer Nebel, unvermittelt, undurchdringlich. Ein Nebel wie in London. Genauer gesagt, wie London im Sommer. Dicht, kohlenmonoxydreich und warm… Das Plätschern eines Wasserhahns drang an Martins Ohr… Erstaunt blickte er sich um und riet dem übelriechenden, bärtigen Polarkreis-Saunaaufguß doch mal ein frisches Hemd anzuziehen. Martin wandte sich angewidert ab. Vor dem Frühstück brauchte er sowas nicht, nein.

Robert, der aus allen Poren dampfte, daß James Watt dadurch an einem Dauer-Orgasmus verschieden wäre, legte sich eine neue Kombination aus T-Shirt und Hemd an und trocknete die alte in der Sonne des Lünersees. Geschützt vor fremden Blicken durch eine kleine Steinhütte, geschützt vor Fliegen durch ein mockiges T-Shirt, das auf der Fensterbank der Steinhütte ausdampfte und geschützt vor Spontan-Kannibalismus durch ein paar zünftige Stullen, gaben sie ihr gekränktes Gebein einer ausgedehnten Pause hin.

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Erstellt am Mittwoch 3. September 2008
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